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Wissenswertes

Fehlstart

Immer mehr Menschen nutzen iPhones und Google-Handys, das iPad löst Begeisterungsstürme aus. Dass die Zukunft der Kommunikation mobil ist, gilt fast schon als Binse. PR-Profis müssen auf den Trend reagieren, denn einschneidende Veränderungen zeichnen sich ab. Branchenbeobachter warnen: Die Disziplin droht den Anschluss zu verlieren. Werbung und Marketing scheinen die Nase vorn zu haben.

Das Erfolgsrezept mobiler Kommunikation erscheint simpel: Einfach und nützlich, auf die Zielgruppe zugeschnitten soll sie sein und Spaß machen. So gesehen hat Brausebrauer Pepsi im Herbst 2009 eigentlich viel richtig gemacht. Der US-Konzern brachte eine iPhone-Applikation (kurz App) für einen Energydrink auf den Markt – eine Art Abschlepphilfe für die eher jungen, männlichen Käufer: Das Programm teilt Frauen in Kategorien ein, je nach Typ gibt es lokale Ausgehtippsund vermeintlich erfolgversprechende Baggersprüche. Zudem können die Nutzer über Onlinenetzwerke wie Facebook und twitter ihre Erfahrungen und Erfolge mit Freunden teilen.

Doch so simpel, wie es aussieht, ist es nicht. Die peinliche Aktion provozierte einen Aufschrei. Der Vorwurf: Sexismus und Frauenfeindlichkeit. Pepsi bekam Prügel – und ein ironisches Lob: Immerhin habe der Getränkehersteller verstanden, dass mobile Kommunikation an Bedeutung gewinnt. Knapp 4,4 Milliarden Menschen nutzen dem deutschen Branchenverband Bitkom zufolge ein Handy – das sind drei Viertel der Weltbevölkerung. Die Zuwächse in Schwellen- und Entwicklungsländern sind enorm. Auch die Zahl derer, die unterwegs nicht mehr bloß telefonieren, sondern ins Internet gehen, Daten transferieren und ihr Leben organisieren, steigt rasant. Möglich machen das so genannte Smartphones: Handys sind zu leistungsstarken und einfach zu bedienenden Minicomputern mutiert. In den Industrienationen gehören Smartphones schon fast zur Grundausstattung junger, technikbegeisterter Gutverdiener.

Ein weitere Grund für den sich abzeichnenden Boom mobiler Kommunikation sind günstige Netbooks. Und nach dem iPhone hat Apple mit dem Flachrechner iPad womöglich den nächsten Treiber dieser Entwicklung auf den Markt gebracht. „In fünf Jahren wird das Internet mobil häufiger genutzt als über den Heimcomputer“, prophezeite jüngst die Bank Morgan Stanley. Mobile Geräte avancieren zum führenden Informations- und Interaktionsmedium. Kommunikationsprofis müssen reagieren. Aber wie? Noch ist Zeit für Experimente. Die technische Entwicklung steht erst am Anfang. Welche Geräte, Plattformen und Anwendungen sich durchsetzen, ist trotz Apple-Hype offen. Intensiv nutzen das mobile Internet momentan vor allem die so genannten Early Adopters.

Mehr lesen Sie in der August-Ausgabe des prmagazins.

Fernsehen, Handy, Internet:

So nutzen Jugendliche die Medien - Die Ergebnisse der JIM-Studie 2009
Fernsehen und Internet - beide werden von Jugendlichen gleich stark genutzt. Das berichtet die JIM-Studie 2009, die jährlich das Medienverhalten Jugendlicher zwischen 12 und 19 Jahren untersucht.
Danach sehen 90 Prozent mehrmals pro Woche fern (137 Minuten), ebenso häufig nutzen sie das Internet (134 Minuten). Das Erstaunliche: Dabei ist die Anzahl der TV-Geräte im Kinderzimmer leicht gesunken (60 %). Drei Viertel aller 12- bis 19-jährigen besitzen dagegen einen eigenen Computer.


Nahezu mediale Vollausstattung
Jugendliche besitzen viele Geräte selbst. Fast alle 12- bis 19-Jährigen haben ein eigenes Handy (95 %) und einen MP3-Player (82 %). Drei Viertel der Jugendlichen verfügen über einen Computer oder Laptop, etwas weniger ein Radio (71 %). In 60 Prozent aller Kinderzimmer steht ein eigener Fernseher, die Hälfte der Jugendlichen kann vom eigenen Zimmer aus ins Internet gehen (54 %). Weiterhin anzutreffen: Digitalkameras (51 %), Spielkonsolen (tragbar: 48 %, fest: 45 %) und der eigene DVD-Player (39 %).
Doch trotz einer Ausstattung, die mehr an einen Elektrogroßhandel als an ein Kinderzimmer erinnern mag, sind Jugendliche weit davon entfernt, sie permanent zu nutzen. Sie treffen sich vorrangig mit Freunden, treiben Sport oder besuchen Sportveranstaltungen. Malen, Basteln und selbst Musik machen gehören außerdem zum "Relaxen". Zwei Fünftel greifen zu einem Buch, um sich zu entspannen.


Jugend 2009: Politisch interessiert
Dabei interessiert Jugendliche eine Themenpalette, die man eigentlich Erwachsenen zuordnen würde: Berichte über aktuelles Zeitgeschehen, Bundespolitik, Sport und Stars gehören zu den "Einschaltern". "Es zeigt sich, dass Fernsehen und Internet weniger stark in Konkurrenz stehen, als gemeinhin angenommen wird", so Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalten für Kommunikation. "Das Fernsehen als Informationsmedium hat nach wie vor einen hohen Stellenwert." Sogar politische Themen interessieren 12- bis 19-Jährige. Für gut die Hälfte ist es sehr wichtig bzw. wichtig, schnell Bescheid zu wissen, wenn es um neue politische Entscheidungen für Deutschland (54 %) bzw. den eigenen Wohnort (53 %) geht.

Gefragt: Videos und soziale Netzwerke
Zwei Drittel aller Jugendlichen bevorzugen den kleinen Filmhappen zwischendurch: Zwei Drittel aller Jugendlichen besuchen Online-Videoportale. Für Musikthemen sind sie sogar die erste Anlaufstelle. Jugendliche greifen außerdem zur Maus, wenn sie sich über Ausbildung und Beruf, Computerspiele und Handy informieren wollen. Neu ist der Trend, auch bei persönlichen Problemen Hilfe im Netz zu suchen.

Laut JIM-Studie nutzen Jugendliche vor allem das Internet, um miteinander zu kommunizieren. Knapp die Hälfte ihrer Internetzeit verbringen sie in sozialen Netzwerken. Instant Messenger, Chats und Mails gehören zu ihrem Alltag, Twitter spielt dagegen kaum keine Rolle.


Ungeschützt im Mitmachnetz
Vor dem Datenhunger der sozialen Netzwerke haben Jugendliche keine Scheu: Lediglich die Hälfte hat nach eigenen Angaben die Privacy-Option aktiviert, um eingestellte Informationen nur ihren "Freunden" zugänglich zu machen. Und das, obwohl sie immer mehr persönliche Fotos, Filme und Infomationen in Soziale Netzwerke hinterlegen.

Werbebranche blickt skeptisch ins neue Jahr

veröffentlicht am 04.01.2010 um 08:53 Uhr in der W& V · Agenturen · Artikel

Die deutsche Werbe- und Medienbranche blickt dem neuen Jahr mit einer Mischung aus Optimismus und Skepsis entgegen. Kaum ein Unternehmen erwartet 2010 höhere Investitionen in Marketing und Werbung, dafür halten fast alle eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs unter den Medien um die knappen Budgets für wahrscheinlich. Als Highlights des Medien-Jahres werden die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM angesehen. Dies geht aus der traditionellen Umfrage unter Top-Managern der Kommunikationsbranche hervor, die der Branchendienst Kontakter jeweils zum Jahreswechsel veranstaltet.

"Die Budgets werden generell 2010 noch stark unter Druck sein. Hier wird die Krise in vielen Branchen ihre Spuren hinterlassen", fasst Lothar Korn, Marketingchef des Autobauers Audi, die Meinung vieler Manager zusammen. Für die meisten von ihnen sind die leicht positiven Konjunktursignale noch zu schwach und zu abhängig vom Arbeitsmarkt und dem Inlandskonsum, um eine nachhaltige Erholung einzuleiten. "Wir sollten uns von vermeintlich positiven Daten nicht zu schnell blenden lassen. Das kommende Jahr bleibt schwierig", meint Frank Behrendt, Chef des PR-Netzwerkes Pleon.

Die Werbebranche musste laut einer Prognose des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) 2009 ein Minus von acht Prozent bei den Nettoeinnahmen hinnehmen. Für 2010 sagt der Verband ein Minus von drei Prozent voraus. Chancen für neues Wachstum sieht die Kommunikationsbranche vor allem in neuen Vermarktungsangeboten und dem Aufbau neuer Geschäftsfelder.

Die Werbe-Euros würden 2010 "strategischer eingesetzt", prophezeit Peter Würtenberger, Vermarktungschef der Axel Springer AG. "Der Bedarf an zielgenauen, effizienten, performancebasierten Kampagnen nimmt zu", so Würtenberger weiter. Auch Anke Schäferkordt, Chefin der Sendergruppe RTL Deutschland, sieht in der sogenannten crossmedialen Vermarktung alle Medienkanäle - TV, Online, mobile Kommunikation - große Chancen. "TV ist im Mediamix der Kunden klar unterbewertet, auch im internationalen Vergleich. Hier liegen in der Kombination mit Online- und Mobil-Angeboten wieder Wachstumschancen", analysiert Schäferkordt, deren Sender 2009 deutlich Marktanteile gewinnen konnte. Relevantes und qualitativ hochwertiges Bewegtbild auf allen Plattformen werde das Geschäft beeinflussen.

In neue Geschäftsfelder investieren will Bernd Buchholz, Vorstandsvorsitzender des krisengeschüttelten Verlagskonzerns Gruner + Jahr. "Wachstum sehen wir im Corporate Publishing, in der Online-Vermarktung, im China-Geschäft sowie im mittelfristigen Neubau eines B-to-B-Kerngeschäfts", erklärt Buchholz dem Kontakter. Insgesamt zeigt sich der Manager zuversichtlicher als viele seiner Kollegen: "Wir sind vorsichtig optimistisch." Es bestehe eine "reelle Chance auf eine leichte Erholung der Werbespendings". Positive Impulse erwartet die Branche von den beiden sportlichen Mega-Events 2010. "Das Programmjahr 2010 steht im Zeichen der Olympischen Winterspiele in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika", erklärt Volker Herres, Programmchef der ARD. Das Erste setze aber auch auf Ferhnsehfilm-Events und Shows wie den Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. "Vor allem gilt es jedoch auch 2010, unser Image - Verlässlichkeit und journalistische Kompetenz - zu pflegen", so Herres weiter. Für seine traditionelle Umfrage befragte der Kontakter über 40 Top-Manager der Medien- und Werbeszene.

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